Freitag, 22. Februar 2019
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Geschichte

 

·  1888 - Bekanntmachung der feuerpolizeilichen Regierungsverordnung im westpannonischen Raum, worin angeordnet wurde, dass in allen Gemeinden Feuerwehren zu gründen und die dazugehörigen Gerätschaffen anzuschaffen seien.

·  1891 - Ankauf der 1. Handdruckspritze.

·  1928 - 1. Motorspritze wurde von der Firma Rosenbauer gekauft.

Als Gründungsdatum der Ortsfeuerwehr Mönchhof gilt der 11. Jänner 1889. Die behördliche Approbation durch das königliche ungarische Innenministerium erfolgte aber erst am 20. Juli 1891. Die „Mönchhofer Freiwillige Feuerwehreinheit“ durfte im Wappen das Gründungsjahr 1889 tragen, die Amtssprache des Vereins war Ungarisch. Vorsitzender („Präses“) des Vereins war Ortspfarrer P. Ferdinand Stupka, sein Stellvertreter Ortsrichter Stefan Hoffmann, das Amt des Sekretärs wurde mit dem Lehrer Franz Michler besetzt. Erster Kommandant war Johann Koch, der diese Funktion vier Jahre lang ausübte. Die erste Fahne leistete sich die Feuerwehr 1912, als Fahnenpatin fungierte Frau Elisabeth Ratzenböck.

Nach dem Anschluss des Burgenlandes an Österreich wurde die Feuerwehr 1922 unter dem damaligen Kommandanten Michael Pillinger als „Freiwillige Feuerwehr Mönchhof“ neu aufgestellt. Die radikalen politischen Auseinandersetzungen dieser Zeit erfassten aber auch die Mitglieder der Feuerwehr und führten bis zur Stilllegung der Aktivitäten. Da die Gemeinde aber eine funktionsfähige Wehr brauchte, wählte der Bürgermeister aus den Geburtsjahrgängen 1905-1907 Burschen und Männer aus, welche unter dem Kommandanten Paul Hoffmann die Löscharbeiten durchführen mussten.

Ebenso musste Bürgermeister Johann Mutz 1936 Freiwillige aus den Jahrgängen 1918/19 rekrutieren, um eine neue Mannschaft zu bilden. Der Bürgermeister stellte die jungen Männer vor die Wahl, entweder freiwillig oder zwangsweise in die Feuerwehr einzutreten. Als wortführer entschied sich Karl Kolby für den freiwilligen Dienst. Allerdings mussten gerade diese Jahrgänge nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 1. Oktober 1938 zum Arbeitsdienst und anschließend zum Militär.

1939 wurde eine Wehr aus Männern über 45 Jahre zusammengestellt, die keinen Kriegsdienst mehr leisten mussten. Kommandant in dieser Zeit war Paul Hafner.

Als Karl Kolby 1948 von der Kriegsgefangenschaft heimkehrte, versuchte er sofort eine junge und schlagkräftige Wehr aufzubauen, nachdem er zuvor aus einem Dreiervorschlag zum Kommandanten bestimmt worden war.

Kolby absolvierte einen Lehrgang für Ortsfeuerwehrkommandanten und wurde danach zum Hauptmann befördert. Vizekommandant war Michael Pillinger, 1. Zugskommandant Stefan Haubenwallner, 2. Zugskommandant Josef Kolby, Kassier Stefan Koch und Schriftführer (Adjutant) Lehrer Edmund Roehlich. Karl Kolby, der 70 Jahre im Dienst der Freiwilligen Feuerwehr stand, verfasste bei seinem Abschied 2006 eine kleine Geschichte der Ortsfeuerwehr aus seinem eignenen Erlebten.

 

Auszüge aus Kdt. Karl Kolbys persönlichen Erinnerungen:

Die Ausbildung machten wir noch an der Handdruckspritze aus dem Jahr 1909 (heute im Dorfmuseum Mönchhof) und an der Motorspritze B 48 aus dem Jahr 1928 (Fa. Rosenbauer).

Die Löschgeräte waren in einem kleinen Raum in der Gemeindescheune untergebracht. Die Handdruckspritze wurde von Pferden gezogen. Jeden Tag hatte ein anderer Zwei-Pferde-Besitzer die Feuerbereitschaft. Der Kleinrichter musste jeden Tag die Feuerbereitschaftstafel an ein anderes Haustor hängen. In der Nacht wachte der Nachtwächter. Feueralarm wurde durch den Hornisten gegeben, das war vor dem Krieg schon Franz Zinniel.

Karl Kolby gab auch eine Übersicht über die Wasserstellen und öffentlichen Brunnen, denn zur damaligen Zeit gab es natürlich noch keine Hydranten.

  • Wasserstellen waren die Rossschwemme und die Schottergrube
  • Brunnen Hauptgasse, neben dem Vortreibhaus
  • Brunnen Hauptgasse, neben Kummer Johann
  • Brunnen beim Milchhaus
  • Brunnen Ratschin, bei Wasserscheid Georg
  • Brunnen Stiftsgasse, vor dem GH Frank
  • Brunnen Kirschengarten
  • Stiftsgasse, vor dem Haus Hafner Benedikt
  • Brunnen beim Sportplatz (besonders ergiebig)

Uniformen waren 1946 noch die blau gestreiften Blusen und weiße Hosen.

Im Herbst 1949 veranstalteten wir eine Altkleidersammlung und bekamen dafur einen neuen Stoff für Uniformen.

Herr Schneidermeister Rapp fertigte uns nach Maß die neuen braunen Blusen an.

Schwarze Hosen besorgten wir uns von einem Altkleidertandler aus Wien, sodaß wir beim Fronleichnamsumzug 1949 in den neuen Uniformen mitmarschieren konnten.

 

Im Jahr 1956 erhielt die Feuerwehr einen neue Tragkraftspritze. Im selben Jahr belegte die Mönchhofer Feuerwehr bei den 1. Feuerwehrwettkämpfen den 3. Platz.

1961 konnte endlich ein neues Feuerwehrhaus gebaut werden. Den Grund dafür stellte das Stift Heiligenkreuz nach Intervention von P. Robert Bruckner zu Verfügung. Das Haus bot Platz für einen großen Schulungsraum, einen Raum für Kommandobesprechungen oder auch für die Uniformen. Außerdem konnte eine Schiebeleiter angeschafft werden.

Das Budget konnte durch die jährliche Veranstaltung von Feuerwehrbällen aufgestockt werden. Bis 1951 war die Feuerwehr auch Veranstalter des Weinlesefestes. In weiterer Folge wechselte sich die Feuerwehr dann mit dem Sportverein als Veranstalter ab. Auch eigene Theateraufführungen gab es in den Jahren von 1948 bis 1955.

Zu den repräsentativen Ausrückungen gehörten und gehören bis heute die regelmäßige Teilnahme an der Fronleichnamsprozession, die hl. Messe am Florianitag sowie beim Heldengedenken zu Allerheiligen. Weiters findet alljährlich auch das Maibaumaufstellen statt, auch beteiligt sich die Feuerwehr bei der Aktion „Adventfenster“.

Karl Kolby trat schließlich als Ehren-Bezirkskommandant in den Ruhestand.

1974, anlässlich des 85-jährigen Jubiläums, bekam die Feuerwehr eine neue Fahne; Partin war Theresia Kirschner.

1976 konnte ein GMC-Lastwagen der Fa. Rosenbauer als Tanklöschwagen angekauft werden; Patin war Anna Weninger, die Frau des Kommandanten.

1980 wurde Karl Groschner zum Kommandanten gewählt, der eine umfangreiche Modernisierung der Ortsfeuerwehr einleitete:

1982 erfolgte der Ankauf eines neuen Tanklöschfahrzeuges 2000 von der Fa. Rosenbauer; hier war Magdalena Hafner die Patin.

1985 Anschaffung eines Kleinrüstfahrzeuges VW LT 35; Patin war Anneliese Gindl. Zusätzlich rüstete die Feuerwehr mit Mobilfunkgeräten und einer Elektrotauchpumpe auf. Auch die komplette Mannesausrüstung konnte erneuert werden.

1995 konnte schließlich mit dem Bau eines neuen Feuerwehrhauses begonnen werden, das man im Sommer 1997 beziehen durfte.

Mit April 1999 legte Kommandant Karl Groschner sein Amt in jüngere Hände; zu seinem Nachfolger wurde Martin Kummer gewählt.

2003 Anschaffung eines neuen Tanklöschfahrzeuges TLF 3000. Die Gesamtkosten von € 265.000,- wurden durch Spenden, Landessubventionen und die Gemeinde aufgebracht.

Da die Feuerwehr immer öfter bei technischen Einsätzen (Verkehrsunfällen oder Umweltkatastrophen) zum Einsatz gerufen wird, nehmen immer mehr Kameraden an speziellen Schulungen für diese besonderen Einsätze teil. Die technischen Einsätze belaufen sich auf durchschnittlich 15-20 pro Jahr, Brandeinsätze liegen bei einem Drittel dieser Zahl.

Im Jahr 2004 hatte die Feuerwehr 21 Neuzugänge zu verzeichnen, bei lediglich einem Austritt.

Ab 2009 kommt der jährliche Einsatz als Brandsicherheitswache beim Nova-Rock-Festival dazu.

Im Jahr 2013 kann das Feuerwehrhaus durch einen Zubau um einen Mannschaftsraum  vergrößert werden, auch die Fahrzeughalle wird erweitert.

 

Auszug aus den Großeinsätzen der Feuerwehr in den letzten 100 Jahren:

1917

Fünf Häuser in der Neubaugasse werden vollkommen eingeäschert.

1920

Durch Blitzeinschlag fängt der Kirchturm Feuer.

1927

Scheunenbrand am Ratschin.

1945

Die Russen stecken fünf Häuser in Brand.

1949

Feuer im großen Herrschaftsstadel des Stiftes.

1964

Mehrere Strohtristenbrände durch Brandstiftung.

1987

Ebenfalls durch Brandstiftung werden das Büro und mehrere Maschinen der Zimmerei Kirschner vernichtet.

1995

Katastropheneinsatz Hochwasser.

2001

4 Verkehrstote auf der L 303; Silobrand Zimmerei Kirschner.

2003

Silobrand Tischlerei Strohmeyer.

 

Kommandanten und Stellvertreter

1964 – 1980

Kdt. Johann Weninger

Stv. Wilhelm Keringer

1980 – 1999

Kdt. Karl Groschner

Stv. Michael Mädl

1999 – 2014

Kdt. Martin Kummer

Stv. Michael Mädl (bis 2004)

Stv. Johann Zwinger (danach)

2014 – laufend

Kdt. Johannes Fegerl

Stv. Thomas Grünwald

 

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Anschrift/Kontakt

Freiwillige Feuerwehr Mönchhof
Kommandant: OBI Johannes Fegerl
Raiffeisenplatz 3
7123 Mönchhof

Erste-Hilfe-Kurs

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Wir bieten heuer wieder einen Erste-Hilfe-Kurs für Feuerwehrkameraden wie auch Privatpersonen an. Der Gesamtpreis, wie auch die Termine (meistens am Wochenende) werden noch bekannt gegeben. Darum geben Sie auch bitte eine Kontaktmöglichkeit (E-Mail oder Telefonnummer) an.

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